Hygiene

Hygiene ist…

… laut Definition der Deutschen Gesell­schaft für Hygiene und Mikro­bio­logie die „Lehre von der Verhütung der Krank­heiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit“.

Es geht also um viel mehr als nur Reinheit. Sie beschäftigt sich im engeren Sinne mit der Vorbeugung und Bekämpfung von Infek­ti­ons­er­kran­kungen. Die Hygiene umfasst speziell in der Medizin die Gesamtheit aller Bestre­bungen und Maßnahmen zur Vorbeugung sowie Verhütung von Krank­heiten und Gesund­heits­schäden im Allge­meinen, beim Einzelnen sowie beim Zusam­men­leben der Menschen (Infek­ti­ons­krank­heiten und Epidemien). Hygiene im Klinik­alltag ist eine Aufgabe, die sich auf allen Stationen, in allen Bereichen tagtäglich stellt.

Wir haben ein detail­liertes Hygiene- und Antibio­ti­ka­ma­nagement etabliert, um unsere Patienten sowie unsere Mitar­beiter umfassend zu schützen. Es gilt sowohl dem Infek­ti­ons­risiko zu begegnen, dass Patienten Infek­ti­ons­er­reger mitbringen und diese auf andere Personen übertragen, als auch die Patienten und Mitar­beiter davor zu schützen, sich im Krankenhaus mit Erregern zu infizieren.

Die Verbreitung von multi­re­sis­tenten Erregern wie MRSA, MRGN oder VRSA und damit einher­ge­hende Infek­tionen sind in den letzten Jahren gestiegen.

Je schwerer also ein Patient erkrankt ist, desto mehr steigt leider auch sein Infek­ti­ons­risiko im Krankenhaus. Erleidet der Patient im Krankenhaus eine entspre­chende Infektion spricht man von einer nosoko­mialen Infektion. Um generell das Risiko von Infek­tionen so gering wie möglich zu halten, sind sämtliche Hygie­ne­regeln streng einzuhalten.

Die Hygie­ne­maß­nahmen richten sich am Infek­ti­ons­schutz­gesetz (IfSG) aus, das die gesetz­liche Grundlage für Maßnahmen der Hygiene am Krankenhaus bildet sowie an der Hessi­schen Hygie­never­ordnung und den Empfeh­lungen des Robert-Koch-Instituts. Die Hände­hy­giene ist bei uns einer der wichtigsten Maßnahmen, da rund 90 Prozent aller Infek­ti­ons­er­reger im Krankenhaus nicht über die Luft übertragen werden, sondern durch direkten oder indirekten Kontakt über Hände oder Gegen­stände. Durch Schulungen, Aktionstage, Überwa­chung durch Erfassung des Hände­des­in­fek­ti­ons­mit­tel­ver­brauchs und das Projekt „No-Hands“ werden unsere Mitar­beiter für die Wichtigkeit dieser Hygie­ne­maß­nahme sensi­bi­li­siert sowie angehalten, diese täglich anzuwenden.

Aufgaben und Maßnahmen der Kranken­haus­hy­giene sind insbesondere:

  • Erkennung, Erfassung, Bewertung, Bekämpfung und gezielte Kontrolle von Infektionen
  • Erstellen, Fortschreiben und Überwachen der Einhaltung von Hygiene‑, Desin­fek­tions- und Reinigungsmaßnahmen
  • Konti­nu­ier­liche Überwa­chung von Infek­tionen, des Antibio­ti­ka­ein­satzes und der regio­nalen Resis­tenzlage (Antibiotic Stewardship)
  • Mikro­bio­lo­gische Unter­su­chungen von Reinigungs‑, Desin­fek­tions- und Steri­li­sa­ti­ons­maß­nahmen, Gerät­schaften, Raumluft- und Wassertechnik
  • Regel­mäßige Begehungen des Kranken­hauses, der Stationen, Bereiche sowie Dokumentation
  • Schulung klini­scher Hygiene und praktische Anleitung von Mitar­beitern sowie Fachpersonal

Im Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda setzt sich das Hygie­ne­ma­nagement zusammen aus dem Kranken­haus­hy­gie­niker, zwei Hygie­ne­fach­kräften sowie einem externen Facharzt für Hygiene und Umwelt­me­dizin vom Institut für Kranken­haus­hy­giene und Infek­ti­ons­kon­trolle GbR Gießen (iki).

Darüber hinaus gibt es in den einzelnen Fachab­tei­lungen speziell ausge­wählte und geschulte Beschäf­tigte, die als hygie­ne­be­auf­tragte Ärzte und Pflege­kräfte ein Binde­glied zwischen dem haupt­amt­lichen Hygie­ne­per­sonal und den Mitar­beitern in allen Bereichen darstellen. Zudem wirkt eine Hygie­ne­kom­mission beratend und koordi­nierend in kranken­haus­hy­gie­ni­schen Angele­gen­heiten mit.

Mitglied­schaften & Aktionen

Das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda nimmt an der Aktion „No-Hands“ (www.no-hands.de) sowie „Keine Keime“ (www.keine-keime.de) teil und ist Mitglied im „MRE-Netzwerk Osthessen“, um zusammen mit allen medizi­ni­schen Einrich­tungen in der Region Strategien zur Infek­ti­ons­prä­vention zu entwi­ckeln und zu verbessern sowie gemeinsam die bestmög­liche Sicherheit für unsere Patien­tinnen und Patienten zu gewährleisten.

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Dr. med. Christine Vogel

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