Reflu­x­zentrum

Reflu­x­zentrum

Zwerchfellbruch(-hernie) und Reflux / Sodbrennen: Von der Diagnose zur Therapie

Bis zu 25 % der Bevöl­kerung in Deutschland ist von Sodbrennen oder Reflux­be­schwerden betroffen, circa 10 % chronisch. Dabei haben rund 80% der Reflux­pa­ti­enten einen Zwerchfellbruch.

Anatomie /Physiologie

Das Zwerchfell ist eine flache Muskel­struktur, die den Brustkorb vom Bauchraum trennt. Bei einem sogenannten Zwerch­fell­bruch ist die Durch­tritts­stelle im Zwerchfell für die Speise­röhre erweitert, dies führt zu einem „Hochrut­schen“ von Magen­an­teilen. Durch diese Teilver­la­gerung von Magen­an­teilen ist der ventil­artige Verschluss von Speise­röhre zum Magen in seiner Funktion eventuell geschwächt. Das wiederum kann zu Reflux, dem Rückfluss von Magen­säure, in die Speise­röhre führen. Bei selte­neren Sonder­formen kann sich eine Komplett­ver­la­gerung des Magens in den Brustkorb ausbilden, verbunden mit Atemnot, Schluck­be­schwerden oder sogar chroni­scher Blutarmut.

Der Magen benötigt zur optimalen Verdauung der Nahrung unter anderem Salzsäure. Fließen Teile der Magen­säure aller­dings wieder zurück in die Speise­röhre, kann sie hinter dem Brustbein bis in den Hals-Rachen-Bereich ein unange­nehmes Brennen verur­sachen. Das Sodbrennen ist oft führendes Symptom der Reflux-Krankheit. Der Rückfluss ist zwar eine gutartige Funkti­ons­störung im Übergangs­be­reich von der Speise­röhre in den Magen, aber oft multi­fak­to­riell bedingt.

Zwei wichtige Faktoren gewähr­leisten norma­ler­weiser, dass kein wesent­licher Rückfluss von Magen­säure in die Speise­röhre auftritt.

  1. Einer­seits ist die Speise­röhre und der Magen durch den ventil­ar­tigen Verschluss getrennt, der Speisebrei und Flüssigkeit in den Magen passieren lässt, für einen Rückfluss jedoch eine Barriere darstellen soll.
  2. Anderer­seits bietet das Zwerchfell, welches als flacher kuppel­för­miger Muskel den Brustraum vom Bauchraum trennt, eine nur kleine Lücke für den Speise­röh­ren­durch­tritt. Ist diese Lücke aller­dings zu weit, kann sich der Magen etwas in den Brustraum verlagern (Zwerch­fell­bruch). Hierdurch ist die physio­lo­gische (normale) Rückfluss­bar­riere gestört und es kann zum Rückfluss von Magen­säure, oder auch Nahrungs­be­stand­teilen kommen.

Diagnose

Im Reflu­x­zentrum Fulda erfolgt die Diagnostik inter­dis­zi­plinär unter Betei­ligung der Chirurgie, Gastro­en­te­ro­logie, Radio­logie zusammen mit Ernährungsmedizinern.

Das Leistungs­spektrum umfasst

  • Ösophago-Gastro­skopie
  • 24-Stunden-pH-Metrie (Säure­messung)
  • Ösophagus-Manometrie(Druckmessung)
  • Röntgen­schluck­un­ter­su­chung
  • Compu­ter­to­mo­grafie.

Behand­lungsziel ist die Besei­tigung der Beschwerden , dabei muss aber im Vorfeld die bestehende Sympto­matik abgeklärt werden. Zur Sicherung der Diagnose sind neben der Kranken­ge­schichte (Anamnese), der Bespre­chung der Lebens- und Ernäh­rungs­ge­wohn­heiten, anderen Erkran­kungen und gegebe­nen­falls bestehender Medikation eventuell weiter­füh­rende objektive Unter­su­chungen angezeigt.

Konser­vative Behandlung

Die Mehrheit der Reflux-Patienten spricht gut auf medika­mentöse Behand­lungen mit verschie­denen Magen­säu­re­blo­ckern an. Aber auch verschiedene Thera­pie­maß­nahmen beim Lebensstil in Form von Gewichts­re­duktion oder dem Meiden bestimmter Nahrungs- und Genuss­mittel können ganz entschei­denden positiven Einfluss nehmen.

Operative Behandlung

In ausge­wählten Fällen kann eine Operation angezeigt sein.

Drei Ziele werden bei dem opera­tiven Vorgehen verfolgt:

  • Zurück­ver­la­gerung des Magens in den Bauchraum
  • Einengung des erwei­terten Zwerch­fell­durch­trittes am Zwerchfell
  • Verstärkung des Ventil­me­cha­nismus am Speise­röhren­übergang in den Magen.

Die Sonder­formen mit Komplett­ver­la­gerung des Magens in den Brustkorb sind in der Regel primär operativ anzugehen.

Die operative Behandlung durch das OP-Team des zerti­fi­zierten Herni­en­zen­trums des Herz-Jesu-Kranken­hauses wird zumeist minimal-invasiv durch eine Bauch­spiegel-OP durchgeführt.

Inhalt

Kontakt

Zentrale