Adipo­sitas-Chirurgie

Adipo­sitas-Therapie

„Adipo­sitas“ – Ein sehr sperriges Wort. Es beschreibt eine Ernäh­rungs- und Stoff­wech­sel­krankheit mit starkem Überge­wicht, die gesund­heits­schäd­liche Auswir­kungen auf den Rest des Körpers hat.

Fettlei­bigkeit führt zur Einschränkung der körper­lichen Beweg­lichkeit, der Belast­barkeit und damit der Lebens­qua­lität. Außerdem kann sich Überge­wicht zulasten der Gesundheit auswirken mit Folge­er­kran­kungen wie Diabetes mellitus, Bluthoch­druck, Gelenk­be­schwerden, Reflux-Beschwerden als auch Fettstoffwechselerkrankungen.

Für eine umfas­sende, effektive Therapie dieses multi­fak­to­ri­ellen Erkran­kungs­kom­plexes bedarf es darum tradi­tionell einer inter­nis­ti­schen Behandlung durch Experten in inter­dis­zi­pli­närem Austausch. Zunehmend tritt die Chirurgie bei der Klärung der medizi­nisch gebotenen Therapie der krank­haften (morbiden) Adipo­sitas und ihrer assozi­ierten Erkran­kungen wie dem Diabetes mellitus Typ 2 in den Vordergrund.

Das Leistungs­spektrum der Abteilung für Allgemein- und Visze­ral­chir­urgie ist um das Leistungs­spektrum der Adipo­sitas-Therapie bei krank­haftem Überge­wicht erweitert worden. Neben den Möglich­keiten der konser­va­tiven Adipostas-Therapie, z. B.

  • Ernäh­rungs­be­ratung
  • Ernäh­rungs­um­stellung
  • Unter­stützung der Verhaltenstherapie

können verschiedene operative Adipo­sitas-Therapie-Möglich­keiten, z. B.

  • Schlauch­magen oder
  • Magen­bypass
  • und Folge­ope­ra­tionen z.B. Abdomi­nelle Fettschürze, Revisionsoperationen

zur Anwendung kommen.

Chirur­gische Infor­mation und Beratung

Für weitere Auskünfte und Infor­ma­tionen stehen wir Ihnen gerne nach telefo­ni­scher Termin­ver­ein­barung unter Tel. (06 61) 15 – 23 21 zur Verfügung bei Fragen betreffend:
  • Hernien
  • Schild­drü­sen­er­kran­kungen
  • Auskünfte für Berufstätige
  • Prokto­logie
  • Kolon-/Rektum-/Tumor­er­kran­kungen
  • Magen­chir­urgie inklusive Refluxkrankheiten
Montag: 12:00 – 13:00 Uhr
Dienstag: 12:00 – 13:00 & 15:30 – 16:30 Uhr
Mittwoch: 12:00 – 14:00 Uhr
Donnerstag: 08:30 ‑10:00 Uhr
Freitag: 10:00 – 11:30 Uhr

Infor­ma­tionen zu Adipo­sitas & Adipositas-Therapie

Adipo­sitas bzw. (krank­haftes) Überge­wicht stellen ein schwer­wie­gendes Gesund­heits­risiko dar, können Organe betreffen und dazu führen, dass sich hieraus Folge­er­kran­kungen entwickeln:

  •  Herz-Kreislauf-Erkran­kungen (Herzin­farkt, Schlaganfall)
  • Bluthoch­druck
  • Stoff­wech­sel­stö­rungen z.B. Diabetes mellitus, Gicht
  • Fettstoff­wech­sel­stö­rungen z.B. Cholesterin
  • Luftnot
  • Reflux-Krankheit
  • Schädigung der Gelenke z.B. Arthrose, Osteoporose
  • erhöhtes Krebs­risiko z.B. Darm‑, Bauchspeicheldrüse‑, Nierenkrebs
  • Thrombose
  • Risiko bei Schwan­ger­schaften z.B. Frühge­burt­lichkeit

Aufgrund starken Überge­wichts sind ferner adipöse Menschen von Einschrän­kungen in der Lebens­qua­lität oder im alltäg­lichen Leben bei Aktivi­täten betroffen. Ebenso leiden die Betrof­fenen unter psycho­so­ziale Folgen wie Depres­sionen, geringes Selbst­wert­gefühl, sozialer Isolation oder sogar Diskriminierung.

Quelle: © www.BMI-Rechner.net

Die Wirksamkeit chirur­gi­scher Eingriffe zur Gewichts­re­duktion sindmehrfach und umfang­reich in zahlreichen Studien bewiesen (Evidenz­level 1a). Hierbei sind sie den konser­va­tiven Maßnahmen hinsichtlich der Gewichts­re­duktion und der Behandlung der Begleit­erkran­kungen deutlich überlegen! Adipo­sitas-Chirur­gische Eingriffe sind gemäß der deutschen S3, sowie auch inter­na­tio­nalen Leitlinien, nach Ausschöpfen konser­va­tiver Thera­pie­ver­suchen indiziert bei Personen mit:

  • BMI >40 kg/m2     ohne vorlie­gende Kontraindikationen
  • BMI 35–40 kg/m2  und vorlie­genden Adipo­sitas-assozi­ierten Begleiterkrankungen
  • BMI ab 30 kg/m2   und dem Vorliegen eines Diabe­tes­Mel­litus im Rahmen von klini­schen Studien

Kontra­in­di­ka­tionen sind z.B. konsu­mie­rende Erkran­kungen (Krebs), Alkohol- oder Drogen­ab­hän­gigkeit, instabile psychische Erkrankungen.

Zum Erreichen einer ausrei­chenden und langfris­tigen Gewichts­re­duktion stehen verschiedene Eingriffe zur Verfügung. Je nach Verfahren ergeben sich weitrei­chende und langfristige bis lebens­lange Konse­quenzen, die grund­le­gende Verän­de­rungen bei der Nahrungs- und Flüssig­keits­auf­nahme nach sich ziehen. Jeder Patient muss bereit sein, diese Konse­quenzen auf sich zu nehmen und sich postope­rativ bezüglich der Nahrungs- und Flüssig­keits­auf­nahme entspre­chend umzustellen.

Sämtliche Eingriffe werden laparo­sko­pisch, also minimal-invasiv durch­ge­führt und konnten sich in klini­schen Studien als operative Verfahren mit geringer Kompli­ka­ti­onsrate behaupten.

Schlauch­magen

Bei der Schlauch­ma­gen­bildung wird der ursprünglich sackförmige Magen zu einer Art Schlauch umgeformt. Der größere Anteil des Magens wird hierbei irrever­sibel entfernt. Hierdurch wird die Nahrungs­auf­nahme bei einem Fassungs­ver­mö­gendes verblei­benden Schlauch­magens von 80–100ml stark einge­schränkt. Die Nahrungs­ver­dauung wird nicht einge­schränkt (rein restiktiv).

Im oberen Anteil des Magens wird ein Großteil des Hormons Ghrelin­pro­du­ziert. Durch die Resektion des Magens wird der Hormon­spiegel deutlich und langfristig gesenkt. Ghrelin ist für das empfinden des Hunger­ge­fühls verant­wortlich und ist bei Patienten mit krank­haftem Überge­wicht erhöht. Durch Abfall des Hormon­spiegels nach der Operation wird weniger Hunger empfunden.

Die Schlauch­ma­gen­bildung ist auch noch bei extremer Adipo­sitas (BMI > 50 kg/m2) sicher durch­führbar. Hierdurch kann eine dauer­hafte Verrin­gerung von bis zu 65% des Überge­wich­te­ser­reicht werden. Das Verfahren des Schlauch­magens ist als alleinige Adipo­sitas-chirur­gische Maßnahme weltweit etabliert. Sollte die erreichte Gewichts­ab­nahme durch die Schlauch­ma­gen­bildung allein noch nicht ausreichen, so kann dies durch eine zweite Operation (Duodenal-Switch, Mini-Bypass) erreicht werden. Hierbei wird durch Anlegen eines zusätz­lichen Bypass­ver­fahrens die Aufnahme der Nahrungs­be­stand­teile verändert (Malab­sorption).

Auch die mit dem Überge­wicht assozi­ierten Begleit­erkran­kungen wie Diabetes und Bluthoch­druck können durch den Schlauch­magen nachweislich verbessert oder sogar beseitigt werden.

Die Vorteile der Schlauch­ma­gen­anlage liegen in einer überschau­baren, kurzen Opera­ti­ons­dauer von ca. 60–90 min. Hiernach entstehen kaum Verwach­sungen. Die Nahrungs­passage und Resorption bleibt unbeein­trächtigt. Somit ist die Wirksamkeit von Medika­menten ebenfalls nicht vermindert. Der obere Magen­darm­trakt kann bis zum Zwölf­fin­gerdarm (Duodenum) inklusive der Gallen­gänge weiterhin endosko­pisch unter­sucht und thera­piert werden. Eine lebens­lange Vitamin-und Spuren­ele­ment­sub­sti­tution ist bei entspre­chender Ernährung nicht nötig.

Die Nachteile liegen in dem möglichen Neuauf­treten oder einer Verstärkung eines bestehenden Refluxes von Magen­säure in die Speise­röhre (Sodbrennen).

Als spezi­fische Kompli­ka­tionen sind insbe­sondere die Undich­tigkeit der Klammer­naht­reihe (3%), ein Nachbluten an der Klammer­naht­reihe (4,8%), eine Erwei­terung des Schlauch­magens (4%)und ein dauer­haftes Erbrechen (2,5%) zu nennen.

Bildquelle: Medtronic

Magen­bypass

Der Magen­bypass gilt als inter­na­tionale Standard­ope­ration. Die Magen­bypass-Operation verändert nicht nur die Möglichkeit der Nahrungs­auf­nahme (Restriktion), sondern auch die Verdauung der aufge­nom­menen Nahrung (Absorption). Nach Abtrennen eines kleinen ca. 20ml fassenden Magen­pou­ch­esvon der restlichen Magen­blase, wird der untere Teil des Dünndarmes direkt mit dem Magen­pouch verbunden. Auf dies Weise werden bis zu 200cm des oberen Dünndarmes von der Resorption der Nahrungs­be­stand­teile ausge­nommen (Malab­sorption).

Aufgrund der Kombi­nation aus Restriktion und Malab­sorp­ti­onkann das Überge­wicht auch langfristig um bis zu 75% reduziert werden. Durch Verän­derung der Nahrungs­passage und der damit verbun­denen Verän­derung der Darmhormone können zusätzlich die dem Überge­wicht assozi­ierten Begleit­erkran­kungen wie Diabetes und Bluthoch­druck sehr positiv beein­flusst bis beseitigt werden.

Die Magen­bypass-Operation ist technisch sehr aufwändig und dauert daher zwischen 90 bis 150 Minuten. Aufgrund der Malab­sorption müssen Vitamine und Spuren­ele­mente dauerhaft (lebenslang) zusätzlich zugeführt werden.

Die Vorteile der Magen­bypass-Operation liegen in der sehr guten Verbes­serung von Adipo­sitas-assozi­ierten Begleit­erkran­kungen, insbe­sondere des Diabetes Mellitus. Dieser lässt sich in bis zu 75% der Patienten verbessern bis besei­tigen. Des Weiteren ist ein Reflux der im unteren Anteil des Magens gebil­deten Magen­säure in die Speise­röhre (Sodbrennen) nicht mehr möglich. Sodbrennen wird somit komplett beseitigt.

Als nachteilig wird angesehen, dass aufgrund des Bypass­ver­fahrens der obere Magen­darm­trakt nicht mehr in Gänze (inkl. des Gallen­gang­systems) endosko­pisch unter­sucht werden kann. Auch die Wirksamkeit von Medika­menten kann hierdurch einge­schränkt sein. Weiterhin kann es durch die zu schnelle Aufnahme von Kohlen­hy­draten / Zucker zu einem raschen Abfall des Blutzu­ckers durch eine überschie­ßende Insulin-ausschüttung kommen (Dumping­syndrom).

Als Kompli­ka­tionen der Bypass-Operation können innere Verwach­sungen sowie innere Brüche mit möglicher Darmver­schluss-Sympto­matik auftreten. Im Falle eines Dumping­syn­droms wird eventuell eine konse­quente Einhaltung einer Kohlen­hy­drat­armen Diät notwendig.

Bildquelle: Medtronic

Omega-Loop-Magen­bypass

Der Omega-Loop-Magen­bypass ist eine spezielle Form der Magen­bypass-Operation. Hierbei wird der obere Teil des Magens ähnlich einem Schlauch­ma­gen­ge­formt und der Dünndarm an diesen Magen­anteil mit nur einer Naht verbunden. Daher wird diese Opera­ti­onsform auch als Ein-Anasto­mosen-Magen­bypass bezeichnet.

Der Magen­eingang ist hiernach in seinem Fassungs­ver­mögen deutlich einge­schränkt (restiktive Kompo­nente) und stellt die haupt­sächlich wirksame Kompo­nente des Gewichts­ver­lustes dar. Der Hauptteil des Magens bleibt von der Nahrungs­passage ausge­schaltet. Der Magen­eingang wird mit dem Dünndarm derart verbunden, das ca. 200 cm des oberen Dünndarms von der Nahrungs­passage ebenfalls ausge­schlossen bleiben (malab­sorbtive Komponente).

Durch Ausschalten des oberen Dünndarmes aus der Nahrungs­passage und hormo­nellen Verän­de­rungen wird insbe­sondere eine vorbe­stehende Diabe­tes­er­krankung besonders positiv beeinflusst.

Der Vorteil des Omega-Loop-Magen­bypass besteht in dem gerin­geren opera­tiven Aufwand gegenüber einem regulären Magen­bypass, da hierbei nur eine Darmnaht notwendig wird und im Langzeit­verlauf des Gewichts­ver­lustes, welcher nochmals 10–15% verbessert sein soll.

Ein möglicher Nachteil dieses Verfahrens ist der poten­zielle Gallen­reflux, welcher bei bis zu 10% der Patienten eine Folge­ope­ration notwendig macht. Das Risiko durch den dauer­haften Reiz mit Gallen­säuren ein Magen­ge­schwür oder Entar­tungen an der Magen­schleimhaut hervor­zu­rufen ist noch nicht abschließend beurteilt. Daher wird dieses Verfahren nur bei Patienten ab dem 40. Lebensjahr empfohlen.

Mögliche Kompli­ka­tionen des Verfahren besteht eine Einengung des Magen-Darm-Nahtver­bindung bzw. Blutung in diesem Bereich aufgrund der Reizung durch Gallenflüssigkeit.

Bildquelle: Medtronic

Kompli­ka­tionen bei Adipo­sitas-chirur­gi­schen Eingriffen

Wie bei jeder Operation bestehen auch bei Adipo­sitas-spezi­fi­schen Engriffen Risiken und Kompli­ka­ti­ons­mög­lich­keiten. Hierzu zählen z.B. allge­meine Kompli­ka­tionen wie z.B. Blutungs‑, Infek­tions- und Throm­bo­se­risiko inklusive Embolie, Verletzung von Nachbar­or­ganen, Möglichkeit des Wechsels auf ein offenen Opera­ti­ons­ver­fahren, aber auch spezi­fische Kompli­ka­tionen wie Undich­tigkeit der Nähte, Engen (Stenose) an den Nähten, Verrut­schen des Magen­bandes, Störungen des Blutzu­cker­haus­haltes (Dumping­syndrom) sind möglich.

Allen Eingriffen gemein ist, dass es nach der Operation zu einer drasti­schen und dauer­haften Umstellung der Nahrungs-und Flüssig­keits­auf­nahme kommt. Durch die starke Einschränkung des Aufnah­me­vo­lumens (Restriktion) sowie der Verän­derung der Nahrungs­ver­dauung (Malab­sorption) ist die Berück­sich­tigung und Einhaltung mehrerer Verhal­tens­regeln zwingend nötig. Bei der postope­ra­tiven Umstellung der Ess-und Trink­ge­wohn­heiten ist folgendes zu berücksichtigen:

  • Flüssig bis breiige Nahrungs­auf­nahme für die ersten 4 Wochen postoperativ
  • Langsames Essen und Trinken
    Zu hastige Aufnahme von Nahrung oder Flüssigkeit führt zu Unver­träg­lich­keiten bis hin zum Erbrechen
  • Essen gut kauen und in kleinen Bissen schlucken
  • Essen und Trinken vonein­ander trennen, da der Magenrest lediglich Flüssigkeit oder feste Nahrung aufnimmt, sollte dies getrennt erfolgen
  • Trink­menge von täglich mindestens 1,5 – 2 Liter Flüssigkeit
    Um die tägliche Mindest­menge an Flüssigkeit aufnehmen zu können, ist es zwingend notwendig regel­mäßig über den Tag verteilt in kleine Portionen zu trinken
  • Umstellung der Nahrungs­zu­sam­men­setzung
    Verschiedene Nahrungs­be­stand­teile werden postope­rativ nicht mehr so gut vertragen. Hierzu zählen insbe­sondere stark faser­haltige Produkte wie z.B. Fleisch, ungeschältes Obst oder Spargel
  • Bewusste Nahrungs- und Flüssig­keits­auf­nahme
    Hochka­lo­rische Nahrung (z.B. Süßig­keiten) und Flüssig­keiten (Softdrinks, Alkohol) sind auch weiterhin zwingend zu meiden. Eine Vitamin- und Spuren­ele­ment­reiche Nahrung ist zu bevorzugen
  • Einhalten der Porti­ons­größen!
    Eine stetige Steigerung der Porti­ons­größen ist zwingend zu vermeiden, da sich der Magen hieran anpasst und es zu einer Dehnung und somit Steigerung des Aufnah­me­vo­lumens kommen kann. Dies resul­tiert unwei­gerlich einer Verschlech­terung des Opera­ti­ons­er­geb­nisses bis hin zu einer Gewichtszunahme
  • Meiden von Zwischen­mal­zeiten
    Die Nahrungs­auf­nahme sollte bei drei Malzeiten am Tag bleiben
  • Einnahme von Urodes­oxy­chol­säure (600mg/d) zur Gallen­stein­pro­phylaxe wird für das erste postope­rative Jahr empfohlen
  • Substi­tu­ti­ons­the­rapie
    Für alle Patienten wird im ersten postope­ra­tiven Jahr die tägliche Einnahme eines Multi­vit­amin­prä­pa­rates sowie eines Kombi­na­ti­ons­prä­parats aus Kalzium und Vitamin D empfohlen. Patienten mit einer Bypass-Operation sollten eine viertel­jähr­liche Vitamin B12-Injek­tioner­halten und die oben genannte Substi­tution lebenslang fortführen.

In Abhän­gigkeit des Opera­ti­ons­ver­fahrens kann das krank­hafte Überge­wichtauch langfristig zwischen 45% und 75% reduziert werden. Somit sind derzeitig operative Verfahren allen nicht opera­tiven / konser­va­tiven Verfahren zur Gewichts­re­duktion weit überlegen. Zusätzlich können die dem Überge­wicht assozi­ierten Begleit­erkran­kungen (wie z.B. Diabetes Mellitus, Bluthoch­druck, Schlaf­apnoe­syndrom, Fettstoff­wech­sel­stö­rungen) deutlich verbessert bis beseitigt werden. Zusam­men­ge­nommen kann hierdurch eine deutliche Verbes­serung der Lebens­qua­lität und der Lebens­er­wart­un­ger­reicht werden. Die allge­meine Kompli­ka­tions-und Sterb­lich­keits­ra­teder opera­tiven Eingriffe ist gering (Morta­lität 0,3%, Kompli­ka­tionen 4,3%). Die Sterb­lichkeit durch Begleit­erkran­kungen kann deutlich gesenkt werden, so z.B. zu 92% bei Diabetes Mellitus, um 56% bei Koronarer Herzerkrankung.

Adams T.D. et al. (2007): Long Term Mortality after Gastric Bypass Surgery; N Engl J Med 2007; 357: 753–61
Buchwald H et al. (2004): Bariatric Surgery: a syste­matic review and meta-analysis. JAMA 2004; 292: 1724–37
Buchwald H (2009): Weight and Typ2 dibetes after bariatric sugery:systematic review and metaan­laysis. Am J Med 2009; 122: 248–256
Christou et al. (2004): Surgery decreases long-term mortality, morbidity, and health care use in morbide obese patients. Ann Surg 2004;240:416–23
Flum D. et al (2009) Periope­rative Safety inthe Longi­tu­dinal Assessment of Bariatric Surgery: The Longi­tu­dinal Assessment of Bariatric Surgery (LABS) Consortium; N Engl J Med 2009; 361:455–54
Perry CD et al. (2008): Survival and changes in comor­bi­dities after bariatric surgery. Ann Surg2008;247:21–27
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Sjöström L, et al. (2007): Effect of bariatric surgery on mortality in Swedish obese subjects.N Engl. J Med 2007;357:741–52

Eine regel­mäßige lebens­lange ambulante Nachsorge mit körper­licher Unter­su­chung und Kontrolle von Blutwerten (Vitamine und Spuren­ele­mente) zum frühzei­tigen Erkennen von Mangel­er­schei­nungen und Spätkom­pli­ka­tionen bzw. deren Therapie ist zwingend notwendig. Bei krank­haftem Überge­wicht handelt es sich um chronische Erkran­kungen, die durch die Opera­tionen nicht ausge­heilt sind, sondern nur erfolg­reich behandelt werden können. Darum müssen operierte Patienten zur ihrer Sicherheit dauerhaft eine Nachsorge und Kontrolle durch­führen lassen. Die Kontrollen sollten von Ärzten mit Erfahrung in der Adipo­si­tas­chir­urgie durch­ge­führt werden. Wir stehen Ihnen für diese notwendige Quali­täts­kon­trolle gerne zur Seite. Die Kontrollen erfolgen im ersten Jahr postope­rativ viertel­jährlich, dann halbjährlich.

Unsere Nachsor­ge­inter­valle:

  • 8–10 Tage postope­rativ nach Entlassung
  • 4 Wochen postope­rativ nach Entlassung
  • 3 Monate nach OP
  • 6 Monate nach OP
  • 12 Monate nach OP
  • 18 Monate nach OP
  • 24 Monate nach OP

Die Kosten­ef­fek­ti­vität von Adipo­sitas-chirur­gi­schen Engriffen konnte mittler­weile in zahlreichen Studien belegt werden. Neben den direkten Kosten die durch das krank­hafte Überge­wicht und die Entwicklung von Adipo­sitas-assozi­ierten Erkran­kungen entstehen, kommen weitere indirekte (sozio-ökono­mische) Kosten wie z.B. durch den Ausfall von Arbeits­kraft und Einschränkung der Lebens­er­wartung hinzu. Nach eindeu­tiger Kosten­be­lastung im Jahr der Operation kann jedoch insbe­sondere beim Vorlieben von Begleit­erkran­kungen ab dem zweiten postope­ra­tiven Jahr von einer Kosten­ein­sparung für das Krank­heits­system ausge­gangen werden.

Ackroyd R et al. (2006): Cost-effec­ti­veness and budget impact of obese surgery in patients with typ 2 diabetes in three european countries. Obes Surg 2006;16:1488–503
CampellJ et al (2010): Cost-effec­ti­veness of laparo­scopic gastric banding and bypass in treatment of morbid obesity; Am J Manag Care; 2010;16:e174-87
Picot J et al (2009): The clinical effec­ti­veness and cost-effec­ti­veness of bariatric surgery for obesity: a syste­matic review and economic evaluation. Health Technol Assess. 2009; 13:215–357
Terranova L et al (2012): Bariatric Surgery: Cost-Effec­ti­veness and Budget Impact; Obes Surg 2012; 22:646–653

Ein zu hohes körper­liches Gewicht stellt eine Belastung für Körper und Psyche dar und macht krank. Das krank­hafte Überge­wicht (morbide Adipo­sitas) führt zur Einschränkung der körper­lichen Beweg­lichkeit, der Belast­barkeit und damit der Lebens­qua­lität. Das Risiko Begleit­erkran­kungen wie z.B. Bluthoch­druck, Diabetes, Gelenk­be­schwerden, Reflux­krankheit, Schlaf­apnoe zu entwi­ckeln, ist deutlich erhöht.

Mit zuneh­mender Adipo­sitas ist nicht nur die Lebens­qua­lität, sondern auch die Lebens­er­wartung signi­fikant erniedrigt!
Prospective Studies Colla­bo­ration (2009): BMI and cause specific mortality in 900 000 adults: colla­bo­rative analyses of 57 prospective studies; Lancet 2009; 373: 1083–96.

Gemäß der S3 Leitlinie der Deutschen Adipo­sitas Gesell­schaft ist eine spezi­fische Adipo­sitas- Therapie ab einem BMI vom >30 indiziert. Ziel der Therapie ist die ausrei­chende und langfristige Reduktion des Körper­ge­wichtes mit nachweislich einher­ge­hender Verbes­serung der Begleit­erkran­kungen, wie z.B. Verbes­serung der Insulin­re­sistenz und somit des Diabetes Mellitus, des Blutdruckes, des Lipidstoffwechsels.

Das Behand­lungs­spektrum umfasst eine ernäh­rungs­me­di­zi­nische Schulung, Hilfe bei der Ernäh­rungs­um­stellung, Vermittlung von Bewegungs- und Verhal­tens­the­rapie, Psycho­the­rapie und die operative Therapie.

Die Selbst­hil­fe­gruppe soll Infor­ma­tionen und Erfah­rungs­be­richte liefern und im gemein­samen Gespräch über Probleme den indivi­du­ellen Weg zur Gewichts­re­duktion unterstützen.

Termine:
Jeden dritten Freitag im Monat von 17:00 – 18:00 Uhr in unserem Diabe­tes­schu­lungsraum, 1.OG.

Ansprech­partner:
Dr. Andreas Grimme
Oberarzt
Allgemein- und Visze­ral­chir­urgie
Telefon: 0661 / 15–9594

Bettina Rippl
Telefon: 0151 / 56 06 67 14

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