Geria­trische Tagesklinik

Die Geria­trische Tages­klinik ist ein integraler Bestandteil des Fachbe­reichs für Alters­me­dizin innerhalb des Herz-Jesu-Kranken­hauses Fulda. Sie bietet Behand­lungs­mög­lich­keiten für 27 Patienten. Die Patienten werden teilsta­tionär, das heißt wochentags von 8.00 bis 16.15 Uhr behandelt. Der Transport in die Klinik und zurück nach Hause wird von der Klinik organi­siert. Dabei sollte die Fahrtzeit für die einfache Fahrt 30 – 45 Minuten nicht übersteigen.

In dem teilsta­tio­nären Setting der Geria­tri­schen Tages­klinik dreht sich alles um die Diagnostik und Therapie von Gesund­heits­stö­rungen älterer Menschen. Schwer­punkt der Geria­tri­schen Tages­klinik ist die auf die indivi­du­ellen Bedürf­nisse des Patienten zugeschnittene Behandlung funktio­neller Defizite durch ein multi­pro­fes­sio­nelles Thera­peu­tenteam unter­schied­licher Berufs­gruppen: Neben Ärzten und Pflege­kräften gehören dazu Kranken­gym­nastik, physi­ka­lische Therapie, Psycho­logie, Ergothe­rapie und Logopädie. Außerdem wird eine psycho­so­ziale Betreuung durch Sozial­dienst und Seelsorge angeboten.

Mit dem Aufenthalt in der Geria­tri­schen Tages­klinik soll eine vollsta­tionäre Behandlung vermieden oder verkürzt werden. Die Tages­klinik stellt somit ein wichtiges Binde­glied zwischen statio­närer Kranken­haus­be­handlung und hausärzt­licher Versorgung dar. Ziel der tages­kli­ni­schen Behandlung ist es, die Selbstän­digkeit der Patienten wieder­her­zu­stellen, zu erhalten und zu fördern, insbe­sondere ein selbstän­diges Leben in der gewohnten häuslichen Umgebung weiterhin zu ermöglichen.

Die Einweisung ist möglich nach Voranmeldung durch den Hausarzt oder den nieder­ge­las­senen Facharzt bzw. durch den betreu­enden Kranken­hausarzt, falls der Patient sich zur Zeit in statio­närer Behandlung befindet. Es wird um die Nutzung des Anmel­de­for­mulars auf unserer Homepage gebeten. Die Termin­ab­stimmung erfolgt anschließend direkt telefonisch.

Für wen ist die Geria­tri­schen Tages­klinik geeignet?

  • Für älterer Menschen (ab 70 Jahre), deren Mobilität und Alltags­selbst­stän­digkeit einge­schränkt oder gefährdet ist
  • ältere Personen, die gleich­zeitig an mehreren akuten oder chroni­schen Erkran­kungen leiden und Funkti­ons­stö­rungen zeigen z.B. allge­meine Gebrech­lichkeit, Beweg­lich­keits­ein­schrän­kungen, zuneh­menden Schmerzen, Funkti­ons­be­ein­träch­ti­gungen der inneren Organe wie Herz, Lunge, Leber, Niere, Magen-Darm-Trakt oder des zentralen Nervensystems
  • Wenn ambulante Behand­lungs­mög­lich­keiten ausge­schöpft oder nicht umsetzbar sind

Durch das Geria­trische Assessment werden verschiedene standar­di­sierte Tests und medizi­nische Unter­su­chungen durch­ge­führt, um die Krank­heiten zu diagnos­ti­zieren, die zu einer Verschlech­terung der Alltags­selb­stän­digkeit führen oder Funktions- sowie Fähig­keits­stö­rungen auslösen. Aus den Ergeb­nissen werden für jeden Patienten indivi­du­elles Behand­lungs­ziele und eein ntspre­chend inter­dis­zi­pli­närer Thera­pieplan aufgestellt.

Voraus­set­zungen für die Behandlung in der Geria­tri­schen Tagesklinik

  • Abend, nachts und am Wochenende muss eine Versorgung im häuslichen Umfeld gesichert sein z.B. durch Unter­stützung eines ambulanten Pflegedienstes
  • gewisse Mobilität mit Hilfs­mitteln und Selbstän­digkeit beim Kleiden, Essen sowie Toilettengang

Behand­lungs­spektrum der Geria­tri­schen Tagesklinik

Folgende Erkran­kungen können in der Geria­tri­schen Tages­klinik behandelt werden:

  • Erkran­kungen des Zentral­ner­ven­systems (z.B. Schlag­anfall, Morbus Parkinson, begin­nende Demenz)
  • Schwere Erkran­kungen des Bewegungs­ap­pa­rates (z.B. degene­rativ bedingte Gelenk­er­kran­kungen, Wirbel­säu­len­er­kran­kungen, Osteo­porose, entzündlich-rheuma­tische Systemerkrankungen)
  • Kardio­pul­monale Erkran­kungen (z.B. koronare Herzer­krankung, Herzschwäche, chronische Lungenerkrankungen)
  • Spätfolgen von Stoff­wech­sel­er­kran­kungen (z.B. Durch­blu­tungs­stö­rungen, diabe­tische Polyneu­ro­pathie, Zustand nach Amputationen)
  • Zustand nach Knochen­brüchen und Gelenkersatzoperationen
  • Zustand nach Tumorerkrankungen
  • Allge­meine Schwäche nach schweren Akuter­kran­kungen oder Operationen

An jedem Behand­lungstag findet eine ärztliche Visite statt, bei der der erzielte Behand­lungs­erfolg überprüft wird. Sollten weiter­ge­hende Unter­su­chungen notwendig werden, können die im Hause vorhan­denen appara­tiven und organi­sa­to­ri­schen Struk­turen mitge­nutzt werden. Ärzte und Thera­peuten der Tages­klinik stehen in engem Kontakt, um die Behand­lungen zu optimieren. Hierzu dient auch die wöchent­liche Teambesprechung.

Dauer der Behandlung

Durch­schnittlich 15 Werktage (3 Wochen), indivi­duelle Abwei­chungen sind jedoch möglich.

Kosten der Behandlung

Der Aufenthalt in der Geria­tri­schen Tages­klinik wird als sogenannte „teilsta­tionäre Behandlung“ mit der Kranken­ver­si­cherung wie ein statio­närer Aufenthalt im Krankenhaus abgerechnet, das Kranken­haus­ta­gegeld entfällt. Eine einmalige Fahrt­kos­ten­pau­schale von 10 € ist nach dem teilsta­tio­nären Aufenthalt zu entrichten. Sie entfällt bei Vorlage einer „Befrei­ungs­karte“ des Versi­cherten. Für Privat­pa­ti­enten und Patienten mit einer Zusatz­ver­si­cherung besteht die Möglichkeit der Inanspruch­nahme wahlärzt­licher Leistungen.

Leistungs­spektrum

  • Geria­tri­sches Assessment durch umfas­sende körper­liche, geistige, seelische Funktionsdiagnostik
  • Ärztliche Diagnostik und Therapie einschließlich Konsiliardienste
  • Überwa­chung, Weiter­führung und Verbes­serung stationär begon­nener Therapien mit häuslichem Charakter
  • Aktivierend thera­peu­tische Pflege
  • Physio­the­rapie z.B. Sturzvermeidungstraining
  • Ergothe­rapie
  • Logopädie
  • Indivi­duelle Einzel­the­rapie oder Gruppentherapie
  • Kreativ­the­rapien wie Basteln, aktive Spiel­nach­mittage, Gemeinschaftspiele
  • Versorgung chroni­scher Wunden
  • Hilfs­mit­tel­ver­sorgung
  • sozial­dienst­liche Beratung
  • (Neuro-)pychologische Diagnostik und Behandlung
  • Nachbe­hand­lungen sowie spezielle Übungen zur Wieder­her­stellung der Alltagsselbstständigkeit
  • Ruhebe­reiche mit Entspannungssesseln

Weiteres Angebot der Geria­tri­schen Tagesklinik

Kranken­gym­nastik

Befund­er­hebung (Assessment), Einzel- und Gruppen­the­rapie bei funktio­nellen Bewegungs­stö­rungen, u. a. auf neuro­phy­sio­lo­gi­scher Grundlage (nach Thera­pie­kon­zepten wie z. B. Bobath, PNF u. a.). Gangschulung, Gleich­ge­wichts­training, manuelle Lymph­drainage, Locke­rungs­mas­sagen, Stärkung der Muskel­kraft durch Medizi­nische Trainings­the­rapie, physi­ka­lische Therapie (z. B. gezielte Wärme- oder Kälte­ap­pli­kation) sowie thera­peu­tische Ultra­schall- und Strom­an­wendung runden das Behand­lungs­an­gebot ab.

Ergothe­rapie

Befund­er­hebung (Assessment), Einzel- und Gruppen­the­rapie in Anlehnung an Konzepte von Bobath u. a. Training der „Aktivi­täten des täglichen Lebens“ (ATL), u. a. Anzieh­training, Küchen­training in der vorhan­denen Thera­pie­küche, Hilfs­mit­tel­ver­sorgung (u. a. Verordnung von Gehstützen, Gehwagen, Rollstuhl­an­passung, Kompres­si­ons­trumpf­an­passung und Strumpf­an­zieh­hilfen). Behandlung von neuro­psy­cho­lo­gi­schen Defiziten auf Alltags­ebene in Einzel- und Gruppen­the­rapie, u. a. mit Gedächt­nis­training. Die angebotene Kreativ­the­rapie unter Anleitung der Thera­peuten, wie basteln oder malen, ist besonders beliebt.

Logopädie

Behandlung von Sprach‑, Sprech‑, Stimm- und Schluck­stö­rungen (orofaciale Therapie), z.B. als Folge von Durch­blu­tungs­stö­rungen des Gehirns oder neuro­de­ge­nera­tiver Erkran­kungen (z.B. Demenz, Morbus Parkinson).

Psycho­so­ziale Betreuung

Mit unter­schied­lichen Schwer­punkten durch Mitar­bei­te­rinnen des Sozial­dienstes (u. a. Hilfe­stellung bei diversen Antrag­stel­lungen, Organi­sation und Koordi­nation ambulanter Pflege­dienste) und bei Bedarf mit einem Seelsorger.

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