Onkolo­gi­sches Konzept (Onkologie)

Heilung bei Krebs: Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda stellt onkolo­gi­sches Konzept vor

Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda als koope­rie­rendes Krankenhaus im Onkolo­gi­schen Zentrum Osthessen (OZO)

Diagnose Krebs. Die Ursachen für Tumore können verschieden sein, ihre Wurzel liegt aber in einer entar­teten Zelle mit defektem Erbgut. Früher waren die degene­rierten Gewebe­neu­bil­dungen als unheilbar einge­stuft, doch heute hat sich die Therapie von onkolo­gi­schen Erkran­kungen gewandelt. Die Behand­lungs­mög­lich­keiten verbessern sich stetig, neue Medika­mente werden entwi­ckelt und eine intensive Zusam­men­arbeit von Experten unter­schied­licher Fachbe­reiche tragen dazu bei.

Im Rahmen der Therapie von Krebs­er­kran­kungen ist das Onkolo­gische Zentrum Osthessen („OZO“) für das Versor­gungs­gebiet des Kreises Fulda, Bad Hersfeld, Rotenburg und Vogelsberg Ende 2015 etabliert worden, an dem das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda gemeinsam mit weiteren Kliniken der Region koope­riert. Der regionale Maximal­ver­sorger übernimmt in diesem Zusam­men­schluss die Funktion des koordi­nie­renden Kranken­hauses im Gesamt­konzept. Das Bündnis des onkolo­gi­schen Zentrums war die logische Konse­quenz aus einer Initiative des Hessi­schen Minis­te­riums für Soziales und Integration, um die Qualität der Versorgung von Krebs­pa­ti­enten in den hessi­schen Regionen zu fördern. Kernstücke des OZOs sind gemeinsam festge­legte Therapie-Standards, die sich an inter­na­tio­nalen und natio­nalen Maßstäben orien­tieren sowie die neueste wissen­schaft­lichen Erkennt­nissen berück­sich­tigen. Darüber hinaus liegt der Fokus auf der Organi­sation von Studien sowie deren Parti­zi­pation, der Durch­führung fachüber­grei­fender Tumor­kon­fe­renzen, die Verein­heit­li­chung der Tumor­do­ku­men­tation als Norm zur internen und externen Quali­täts­si­cherung sowie die gemeinsame multi­dis­zi­plinäre Behandlung komplexer Tumorerkrankungen.

Jedes der koope­rie­renden Kranken­häuser ist somit in der Lage, die ohnehin bestehende medizi­nische Versorgung von Patienten mit Tumor­er­kran­kungen eigen­ständig fortzu­führen und dabei vom inter­dis­zi­pli­nären Erfah­rungs­aus­tausch der betei­ligten, nieder­ge­las­senen Experten zu profi­tieren. Somit kann in allen koope­rie­renden Kranken­häusern, der anhand der Leitlinien festge­legte hohe Behand­lungs­standard gewähr­leistet werden, und den anver­trauten Patienten eine fachlich hochqua­li­fi­zierte, wohnortnahe und indivi­duell angepasste Therapie angeboten bzw. zuteil­werden werden.

Am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda arbeiten bereits seit Jahren, die mit Tumor­er­kran­kungen befassten Fachdis­zi­plinen, im täglichen Austausch und in etablierten Tumor­kon­fe­renzen eng zusammen. An diesen sogenannten Tumor­boards nehmen neben den hausin­ternen Abtei­lungen (Spezia­listen für die medika­mentöse Tumor­t­he­rapie, Mediziner der Inneren Medizin, Allgemein- und Visze­ral­chir­urgie, Radio­logie, Strah­len­the­rapie, Gynäko­logie), Mitar­beiter der Tumor­klinik vom Klinikum Fulda teil.

Die Abteilung der Allge­meinen Inneren Medizin, Gastro­en­te­ro­logie, Hepato­logie und Diabe­to­logie nimmt eine zentrale Rolle in der Erkennung und Behandlung von Tumor­er­kran­kungen ein. Unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Bernd Kronen­berger, Facharzt für Innere Medizin, Gastro­en­te­ro­logie, Diabe­to­logie, medika­mentöse Tumor­t­he­rapie findet die Früherkennung sowie Diagnose- und Stadi­en­be­stimmung von Tumor­er­kran­kungen bis zur lindernden Behandlung (Palliation) statt. Die onkolo­gi­schen Patienten werden im fachüber­grei­fenden Tumor­board vorge­stellt und Behand­lungs­op­tionen besprochen. Daran anknüpfend begleitet die Abteilung die Koordi­nation der Behand­lungs­maß­nahmen durch die verschie­denen Fachdisziplinen.

Eine allgemein inter­nis­tische Abteilung hat gegenüber einer hochspe­zia­li­sierten Fachab­teilung den Vorteil, dass eine ganzheit­liche Betrachtung der Erkrankung des Patienten besser möglich ist. Diese Sicht­weise berück­sichtigt neben Erkran­kungen verschie­dener Organ­systeme ebenso die soziale Situation sowie den Patien­ten­wunsch. Besonders viel Wert wird daher auf eine indivi­duelle Beratung und die Planung der Versorgung über den Kranken­haus­auf­enthalt hinaus gelegt. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit dem Sozial­dienst des Hauses, der Pallia­tiv­me­dizin und der Geriatrie.

Im Bereich der Gastro­en­te­ro­logie (Magen, Darm, Bauch­spei­chel­drüse) und Hepato­logie (Erkran­kungen der Leber und Galle) ist eine spezia­li­sierte Behandlung möglich. Nach Anwendung aller geeig­neten Diagno­se­ver­fahren, ermög­licht das Spektrum von endosko­pi­scher Behandlung (d.h. ohne äußeren opera­tiven Eingriff) mit Abtragung von Krebs­vor­stufen bis zur Chemo­the­rapie von Tumor­er­kran­kungen des Magen-Darm-Traktes und lindernden Behand­lungs­ver­fahren eine umfas­sende Therapie. Die spezi­fi­schen Leistungen sind auf der Homepage ausführlich darge­stellt. Leitsym­ptome von Tumor­er­kran­kungen sind unter anderem ungewollter Gewichts­verlust, Fieber, Nacht­schweiß, Schmerzen, Leistungs­min­derung, Blutarmut, Blut im Stuhl, Gelbsucht. Eine besondere Spezia­li­sierung besteht für Kolon­kar­zinome, Leber- und Gallen­weg­s­kar­zinome. Bei der Behandlung besteht eine enge Koope­ration mit den anderen Fachdis­zi­plinen des Kranken­hauses (Allge­mein­chir­urgie und inter­ven­tio­nelle Radio­logie) sowie den Fachdis­zi­plinen des Maximalversorgers.

In der Abteilung für Allgemein-und Visze­ral­chir­urgie, minimal invasive Chirurgie unter Chefarzt Dr. med. Christian Berkhoff werden leitli­ni­en­gemäß alle Krebs­er­kran­kungen des Bauch­raumes sowie die Schild­drü­sen­krebs­er­kran­kungen operativ versorgt. Schwer­punkte bilden dabei die Krebs­er­kran­kungen des Magens, des Dick- und Mastdarmes sowie die chirur­gische Entfernung von Leber­me­t­a­stasen. Ebenfalls kommen bei der chirur­gi­schen Behandlung von Tumor­er­kran­kungen am Herz-Jesu-Krankenhaus, soweit sinnvoll und möglich, moderne, d.h. minimal invasive Techniken zum Einsatz. Dieses Verfahren trägt unter anderem dazu bei, die Belas­tungen eines Kranken­haus­auf­ent­haltes für die Patienten so gering wie möglich zu halten.

In der Abteilung für Gynäko­logie und Geburts­hilfe unter der chefärzt­lichen Leitung von Dr. med. Alexander Dengler, Facharzt für Frauen­heil­kunde und Geburts­hilfe, werden pro Jahr etwa 100 neu diagnos­ti­zierte Mamma­kar­zinome behandelt. Hierbei ist Dr. Dengler als Operateur für das Mammo­graphie-Screening zerti­fi­ziert. Die Frauen­klinik verfügt über eine besondere Expertise in der Rekon­struktion der Brust mittels körper­ei­genem Gewebe (TRAM, LADO), sodass insbe­sondere jüngeren Patien­tinnen indivi­duelle Optionen angeboten werden können. Die Diagnostik und Behandlung umfasst sowohl die minimal­in­vasive Abklärung auffäl­liger Befunde (Stanz­bi­opsien), als auch die Koordi­nation der Umfeld-Diagnostik (Staging) sowie folgend die Planung der weiteren Behandlung beispiels­weise antihor­mo­nelle oder immuno­lo­gische Therapien bis hin zur Chemo­the­rapie und Bestrahlung. Aufgrund dessen, dass die Frauen­klinik nicht den Beschrän­kungen eines Brust­zen­trums unter­worfen ist, können innovative diagnos­tische und thera­peu­tische Ansätze (Endopredict, CYP2D6-Genoty­pi­sierung) vorge­halten werden, noch bevor sie Eingang in Leitlinien gefunden haben.

Auch die operative Behandlung gynäko­lo­gi­scher Krebs­er­kran­kungen (Ovarial‑, Zervix- und Vulva­kar­zinom) konnte in den vergan­genen Jahren konti­nu­ierlich gesteigert werden, wobei minimal­in­vasive Opera­ti­ons­ver­fahren (Sentinel Node, Laparo­skopie) ebenfalls bei großen, radikalen Opera­tionen verwandt werden konnten.

Die Abteilung für Diagnos­tische und Inter­ven­tio­nelle Radio­logie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Björn Loewen­hardt hält ein umfas­sendes diagnos­ti­sches Spektrum zur detail­lierten Erfassung des Ausmaßes bösar­tiger Erkran­kungen zur weiteren histo­lo­gisch-mikro­sko­pi­schen Beurteilung vor. Außerdem werden unter­schied­liche lokale Behand­lungs­ver­fahren angeboten. Dazu zählen vor allem die Lokal­the­rapie bei nicht operablen Tumoren oder Metastasen wie der Leber oder Lunge, der Niere (Hitze­ab­lation), die Stabi­li­sierung insta­biler, metasta­tisch bedingter Wirbel­kör­per­brüche und die tumor­be­dingte Schmerz­aus­schaltung. Weiterhin können stabile venöse Zugänge zur Sicher­stellung der Zufuhr von Flüssigkeit oder Medika­menten (Port), Drainagen, Gallen­gangs­stents oder die intern-externe Ableitung der Galle­flüs­sigkeit („PTCD“) im Bauch- oder Brustraum („Aszites- und Pleura­dau­er­ka­theter“) nahezu ausschließlich in lokaler Betäubung angelegt werden. Diese zumeist pallia­tiven Behand­lungs­kon­zepte können dabei helfen, das jeweils lokal begrenzte Tumor­wachstum einzu­dämmen und die Beschwerden zu mildern, wenn eine alleinige operative oder medika­mentöse Heilung als nicht zielführend bewertet wird. Der jeweils indivi­duelle Behand­lungs­vor­schlag erwächst ebenso aus dem konsen­sualen Austausch zwischen den Kernfach­dis­zi­plinen der Inneren Medizin-Onkologie, der Chirurgie und Radiologie.

Die räumliche und perso­nelle Nähe zur Fachab­teilung der Geria­tri­schen Inneren Medizin und Rheuma­to­logie im Herz-Jesu-Krankenhaus eröffnet indessen nach einer Operation die Möglichkeit einer Stabi­li­sierung und Verbes­serung des körper­lichen Befindens zur Wieder­erlangung der Alltags­kom­petenz. Zugleich besteht Kontakt zum Schmerz- und Pallia­tivNetz Osthessen, dem statio­nären Hospiz St. Elisabeth zu Fulda und dem ambulanten Hospizdienst.

Das Beratungs­an­gebot richtet sich an unsere Patien­tinnen und Patienten, die an Krebs erkrankt sind. Unsere Psycho­login steht Ihnen für psycho­on­ko­lo­gische Beratungs­ge­spräche gerne zur Verfügung.

Worum geht es in der psycho­on­ko­lo­gische Beratung?

Mit einer Krebs­dia­gnose beginnt für die betrof­fenen Menschen eine Zeit, die von Fragen, Ängsten und Unsicherheit geprägt ist. Die Erkrankung ist häufig mit körper­lichen und seeli­schen Belas­tungen verbunden und bringt Verän­de­rungen im familiären, sozialen und beruf­lichen Umfeld mit sich.

Die psycho­on­ko­lo­gische Beratung bietet Ihnen psycho­so­ziale Hilfe­stel­lungen an sowie Unter­stützung zur Orien­tierung und Entlastung in dieser Zeit. In Einzel­ge­sprächen haben Sie die Möglichkeit, über Ihre Ängste und Sorgen zu sprechen, werden bei der Verar­beitung der Diagnose unter­stützt und für den Umgang mit den Belas­tungen gestärkt.

Die Anzahl und der Inhalt der Gespräche orien­tieren sich an den indivi­du­ellen Bedürf­nissen unserer Patien­tinnen und Patienten. Auf Wunsch können ihre Angehö­rigen natürlich in die Beratung einbe­zogen werden.

Die psycho­on­ko­lo­gische Beratung von Frauen mit einer Krebs­er­krankung ist Teil eines ganzheit­lichen Behand­lungs­an­satzes, der Körper, Geist und Seele gleicher­maßen berücksichtigt.

Wie erfolgen die Anmeldung und Terminvergabe?

Sie können Ihren Gesprächs­wunsch telefo­nisch oder per E‑Mail mitteilen.
Bitte nennen Sie in der Nachricht Ihren Namen, Ihre Zimmer­nummer und Telefon­nummer. Zeitnah setzen sich die Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter mit Ihnen in Verbindung, um einen Gesprächs­termin zu verein­baren. Die Anmeldung Ihres Gesprächs­wun­sches übernehmen natürlich auch gerne die Stati­ons­ärzte oder das Pflege­per­sonal für Sie.

Kontakt

Psycho­login: Ilona Goebel-Schmitt
Telefon: 0661- 15 9770
E‑Mail: psychoonkologie@herz-jesu-krankenhaus.de
E‑Mail: sozialdienst@herz-jesu-krankenhaus.de

Gemäß dem Leitbild des heiligen Vinzenz von Paul „Liebe sei Tat“ ist es den Medizinern des Herz-Jesu-Kranken­hauses Fulda ein zentrales Anliegen, in Reali­sation unserer christ­lichen Werte immer den Menschen im Zentrum des Handelns zu sehen. Die Kombi­nation dieses Anspruchs mit der Vernetzung des OZOs ermög­licht es, eine perso­na­li­sierte und parti­zi­pative Thera­pie­planung zu erreichen, d.h. die Betrof­fenen werden von uns ausführlich und indivi­duell beraten. Entspre­chend der jewei­ligen Gesamt­si­tuation wird die weitere Thera­pie­planung, unter Beachtung der aktuellen Leitlinien, gemeinsam disku­tiert und letzt­endlich konsensual empfohlen. Im Anschluss erfolgt im offenen Gespräch mit den Patienten, gegebe­nen­falls mit deren Angehö­rigen, die umfas­sende und ehrliche Bewertung des Krank­heits­bildes sowie die kritische Erörterung der positiven, aber unter Umständen auch beein­träch­ti­genden Effekte des vorge­schla­genen Behandlungsweges.

Die Umsetzung der verein­barten Thera­pie­ziele wird im gesamten Behand­lungs­verlauf von den im engen persön­lichen Kontakt mit den Patienten stehenden Ärzten der Fachab­tei­lungen sicher­ge­stellt. In beson­deren Fällen können von den betreu­enden Ärzten des Herz-Jesu-Kranken­hauses weitere Spezia­listen zusätzlich in die Behandlung einge­bunden werden. Gleich­falls bieten die Fachleute des Herz-Jesu-Kranken­hauses ihre Expertise im Bedarfsfall denje­nigen Patienten an, die den Wunsch nach einer „Zweit­meinung“ hegen.

Prinzi­piell gilt: Onkolo­gische Erkran­kungen sind nicht nur genetisch bedingt, sondern auch abhängig von der Lebens­weise. Um das Krebs­risiko zu mindern, raten die Spezia­listen daher regel­mäßig zur Vorsorge zu gehen.

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